Brief an Jesus

Hey J.C.,
du weißt ja, dass ich dich gerne so nenne und ich hoffe du vergibst mir, falls du es überhaupt schlimm findest. Ich ändere ja nicht etwa deinen Namen ab oder so etwas, ich finde einfach die Abkürzung passt gut in unsere Zeit, wenn sie auch in etwa nach dem Künstlernamen eines Rappers klingt. Aber nichtsdestotrotz macht diese coole Abkürzung den Jesus Christus, den ich kennen und lieben gelernt habe zugänglicher für mich selbst und bestimmt auch für viele andere Menschen in meinem oder noch jüngerem Alter. Außerdem, da ich um deinen grandiosen, ja man könnte fast sagen, göttlichen Humor weiß, kann ich mir das fette Grinsen bei der Vorstellung, du stündest mit Mic auf der Bühne und rapst uns die Wahrheit um die Ohren echt nicht verkneifen. Wie schön, witzig und cool zugleich diese Vorstellung doch ist. Es ist ja nicht etwa so, dass Liebe und Coolness nicht miteinander vereinbar wären, wie wir an deinem Beispiel ja deutlich erkennen können. Ich meine du ziehst durch die Lande, tust Wunder, schließt keinen einzigen Menschen in der Vergangenheit oder Zukunft aus, nennst jeden Brother und Sister und lässt dich am Ende ans Kreuz nageln. Eine, zumindest für mich schwierig zu verstehende, jedoch wunderschöne Botschaft. Durch eine Last, die ich mein Leben lang mit mir herum getragen habe, nämlich das Gefühl nie wirklich irgendwo dazu zu gehören, habe ich immer besser auch dich verstehen können. Ich habe von dir erfahren, dass es dir nicht anders ging und so hast du diese Last von mir genommen. Du hast mir gezeigt, dass du der Ausgestoßenste aller Ausgestoßenen bist. Du liegst freiwillig im Dunkeln, damit alle anderen frei sein können und verlangst dafür nicht einmal ein danke. Du hörst es bestimmt sehr gerne, aber niemals würdest du etwas von jemandem verlangen außer von dir selbst. Du warst die Aufoperung in Person und bist die Aufopferung seither geblieben. Du bist mein König. Du wirst für mich zum König über alle, weil du liebst wie kein Zweiter. Ein jeder, der dich aus Stolz oder sonstigen Gründen nicht als König annimmt, den liebst du trotzdem. Auch wenn viele vielleicht nicht wissen, dass es dich gibt, so weiß ich es und ich bin so dankbar dafür, einen Freund zu haben, einen Freund der für mich ist wie ein großer Bruder, ein Bruder, der immer auf einen achtet und mich niemals im Stich lassen würde, nicht einmal wenn ich an ihm zweifle. Einen wie dich gibt es kein zweites Mal, du bist es. Der Anfang und das Ende in Ewigkeit. Wie könnte ich denn jemals wegsehen, wo du mir doch ständig deine Liebe zeigst. Amen.

Ich liebe dich.

Dein Florian.

Florian Reinmold
florian.reinmold@vom-hundertsten-affen.de
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