der hundertste Affe sitzt auf Mäuerchen

Der hundertste Affe

Der hundertste Affe. Dieser Titel leitet sich aus einem Prinzip ab. Es ist das „Prinzip des hundertsten Affen“. Dieses wird auf variable Weise erzählt, doch die Kernessenz bleibt dabei stets dieselbe: 1958 beobachteten Wissenschaftler auf der japanischen Insel Kōjima für eine bestimmte Zeit, eine Gruppe Affen. Irgendwann kamen die Forscher auf die Idee, den Tieren als Nahrung Süßkartoffeln zu geben, um deren Umgang mit neuen Lebensmitteln beobachten zu können. So geschah es, dass ein weibliches Tier begann, die Süßkartoffeln vor dem Verzehr zu waschen. Nach und nach verbreitete sich dieses Verhalten unter einer immer größer werdenden Zahl von Tieren.

Was dann angeblich geschah, beschreibt 1979 der Botaniker Lyall Watson derart: „Mit dem Hinzukommen dieses hundertsten Affen überschritt die Zahl jedoch offenbar eine Art Schwelle, eine bestimmte kritische Masse, denn schon am Abend desselben Tages tat es fast der gesamte Rest der Herde. Und nicht nur das: das Verhaltensmuster scheint sogar natürliche Barrieren übersprungen zu haben und – ähnlich wie Glyzerinkristalle in hermetisch verschlossenen Reagenzgläsern – auch in Kolonien auf anderen Inseln, sowie bei einem Trupp […] auf dem Festland spontan aufgetreten zu sein.“ (Quelle: Wikipedia, https://de.wikipedia.org/wiki/Hundertster_Affe, Zugriff am 07.03.17)

Der Name des Blogs beschreibt meinen persönlichen Traum von einer Welt, die ebenfalls eine kritische Masse andersdenkender Menschen erreicht hat und damit eine Schwelle übertritt, die unaufhaltsam die Zeit für eine neue, andere und bessere Welt einläutet. Kurz und ehrlich: Ich wünsche mir natürlich selbst der hundertste Affe zu sein. Nicht, weil ich unbedingt etwas Besonderes sein möchte, sondern weil ich keine Lust mehr habe mir von irgendjemand sagen zu lassen ich oder irgendein anderes Lebewesen in diesem Universum sei genau das nicht.

Ich wünsche mir, keinen Moralapostel spielen zu müssen, weil ich das einfach nicht gerne mache. Was es heute braucht, sind Menschen, die aus eigener Kraft einen Willen entwickeln, über den Tellerrand hinaus zu blicken und Probleme wirklich anzusprechen, um diesen anschließend entgegenzutreten. Ich bin fest davon überzeugt: Ist dieser Schritt einmal getan, werden Lösungsansätze für eine neue friedlebende Gemeinschaft von ganz alleine entstehen.

Florian Reinmold
florian.reinmold@vom-hundertsten-affen.de
No Comments

Post A Comment