Urknall und Samen Vergleich Bild

Der Urknall ist ein Samen

Die Wissenschaft nimmt an, dass wir in einem beschleunigt expandierenden Universum leben und sagt deshalb: Es muss einen Anfang gegeben haben. Den nennen wir Urknall. Es wird geforscht, erklärt und bewiesen, doch der Sinn, nämlich der unseres eigenen Daseins wird dabei weitestgehend außer Acht gelassen und oftmals wird sogar behauptet, es gebe überhaupt keinen Sinn zu finden. Kein Wunder also, dass wir nach einem sinnlosen Leben gänzlich unvorbereitet auf den Tod treffen und diesen als Ende aller Dinge betrachten.

Immer länger werden also unsere Leben, angetrieben von einer verwissenschaftlichten Gesellschaft, die sich fürchtet vor der normalsten Sache des Universums: der Vergänglichkeit. Denn welche Blüte schließt sich nicht, welches Eis schmilzt niemals und welcher Stein wird nicht irgendwann vom Wasser abgetragen? Selbst der jüngste von uns wird mit absoluter Sicherheit sterben müssen, doch ich persönlich — und das spendet mir Trost — glaube nicht an ein Ende im Nichts.
Nehmen wir das Beispiel eines Samens, der zum Baum wird und ziehen einen Vergleich mit dem Urknall und seiner Expansion. Ein klitzekleiner Samen ist es, aus dem ein riesengroßer Baum erwachsen kann, so wie das ganze Universum aus einem uns kaum vorstellbaren kleinen Punkt entstand. Wie es im Kleinen funktioniert, so wende ich es auf das Große an. Manch einer könnte nun sagen, ein Baum stirbt ebenfalls und so das Universum, doch das stimmt nicht ganz. Klar, der Baum als Konstrukt zerfällt irgendwann selbstverständlich, doch seine Teile gehen nicht verloren. Denn immer und immer wieder nutzt das Leben die einzig wahre Recycle-Maschinerie und macht aus Alt Neu.

Florian Reinmold
florian.reinmold@vom-hundertsten-affen.de
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