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Wissen und Meinung – Der Kampf um die Monopolstellung

,,Kann man Wissen und Meinung monopolisieren?‘‘

Die instinktive Antwort darauf ist vermutlich bei dir, verehrter Leser, ,,Nein‘‘, und zwar ein entschiedenes. Dennoch ist in unserer heutigen Zeit, die gerne als ,,Das Informationszeitalter‘‘ bezeichnet wird, der Kampf um Wissen und Meinung so heftig, wie wahrscheinlich im Verlauf der gesamten Menschheitsgeschichte nicht. Dies ist in der Tat ein nicht belegbare Aussage meinerseits, allerdings dürfte im Anbetracht der fortschreitenden Globalisierung und der damit einhergehenden Vernetzung rund um den Erdball, jeder zu der selben Einschätzung gelangen. Natürlich wurden schon, seit der Mensch sich in Gruppen im weitesten Sinne organisiert, Standpunkte, Wissen und Meinung im weitesten Sinne debattiert, doch spätestens mit Entstehung des ,,World-Wide-Web‘‘ wurde eine neue Dimension erreicht. Es ist nun einer gigantischen Anzahl von Menschen rund um den Globus möglich, sich Informationen über beinahe alles und jeden zu beschaffen. Dank der tragbaren Version in Form von Smartphones, kann man nun wo man steht und geht, googlen, twittern, posten, liken und kommentieren.

Kehrseite der Medaille

Dies bringt eine Vielfalt von Möglichkeiten, aber auch einige eklatante Probleme mit sich. Jeder kann vermutlich spielend ein oder zwei Beispiele für Vor- oder Nachteile aufzählen, daher möchte ich nur auf einen bestimmten Punkt eingehen, der sehr ambivalent zu betrachten ist:

Die Anonymität. Anonym zu bleiben ist ein Recht, das jedem zugestanden werden sollte. Nur hat die Anonymität, wie selbst das Grundgesetz, seine Grenzen. So können Unmengen an zweifelhaften Dokumenten, Behauptungen und Videos ins Netz gelangen, deren Ursprung, dank der Netzanonymität, nur schwer ausfindig zu machen ist. Die Grenze der Anonymität liegt dort, wo die Freiheit eines anderen Menschen darunter leidet.

Es ist zwar möglich, dennoch nicht rechtlich, andere Menschen aufgrund haltloser Falschinformationen zu diffamieren und ihrem gesellschaftlichen Ruf zu schaden. Auch in vorgeblich demokratisch organisierten und im Allgemeinen als unabhängige, freie und wissenschaftlich korrekt angesehene Plattformen, wie der omnipräsenten ,,Wikipedia‘‘, wird, so Markus Fiedler und Frank-Michael Speer, unter dem Deckmantel der Anonymität, Meinung zensiert und Information absichtlich verfälscht.

Licht ins Dunkel

Am 21.10.2015 wurde die Dokumentation ,,Die dunkle Seite der Wikipedia‘‘, von Markus Fiedler und Frank-Michael Speer auf dem Youtube-Kanal ,,KenFM‘‘ veröffentlicht. Vor wenigen Tagen, am 07.03.2017, erschien der Nachfolger: ,,Zensur – die organisierte Manipulation der Wikipedia und anderer Medien‘‘ von den selben Machern, auf dem selben Kanal.

Dieser knüpft unmittelbar an der ersten Dokumentation an und zeigt auf, in welches verzweigte Netzwerk die Online-Enzyklopädie eingebettet sei. Ich persönlich habe die zweitgenannte Dokumentation in voller Länge gesehen und war von den Strukturen, die Fiedler und Speer freigelegt haben, regelrecht erschlagen.

Unscharfe Trennlinien

Um auf die Ausgangsfrage zurückzukommen: Im Internetzeitalter, in dem wir heute leben, wird es immer schwieriger zwischen Wissen und Meinung zu trennen. Oftmals wird das eine bewusst mit dem anderen vermischt. Darüber hinaus missbrauchen einige Individuen ihre Autorität oder ihren Namen, andere hüllen sich wiederum in Decknamen, um Rufmord- und Desinformationskampagnen zu starten oder zu unterstützen. In schockierender Verstrickung sollen dafür selbst finanzielle Mittel aus Bundesebene ungesehen abgezweigt werden. Es ist kein einfaches Unterfangen Wissen und Meinung zu monopolisieren, doch wenn man die Dokumentation von Fiedler und Speer gesehen hat, realisiert man, dass dieser schwierige Kampf dennoch mit allen Mitteln gefochten wird.

Habt ihr die Filme bereits gesehen? Was meint ihr zu der Arbeit der beiden Filmemacher und zu dem, was sie zutage gefördert haben? Hinterlasst eure persönliche Review in den Kommentaren!

 

Marco Lo Voi
marco.lovoi@vom-hundertsten-affen.de
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